Puchheim spricht über die globalen Probleme

Die Kreis-Frauen-Union lud gestern im Rahmen ihrer Gesprächsreihe "RESPEKT! Die Würde des Menschen ist unantastbar!" nach Puchheim ins Hotel Parsberg. Nach einem Vortrag des Ersten Landtagsvizepräsidenten zum Thema "Die Bedeutung des Menschen in der Wirtschaft der Zukunft" bestand die Möglichkeit zur Diskussion über Globalisierung, Bankenpleite, Staatsbankrott, Inflation, Euro-Krise, Exportdefizit und die Rolle des Menschen in diesem Umfeld.

 

Reinhold BockletReinhold Bocklet gelang es in seinem Vortrag allgemein verständlich den Bogen von der Wirtschafts- und Bankenkrise hin zu den Problemen der Globalisierung zu spannen. Nach einem kurzen Abriss über die Ursachen für die Wirtschafts- und Bankenkriese zeigte er die Ursachen und aktuellen Entwicklungen in der Eurokrise auf. Herr Bocklet stellte dar, dass die aktuellen Schuldenprobleme der Krisenstaaten u.a. darin ihre Ursache haben, dass diese Staaten die durch den Euroraum gesunkenen Zinsen für ihre Kredite nicht zur Konsolidierung genutzt haben, sondern vielmehr ihren Konsum mit den günstigen Darlehen finanziert haben.
Der Erste Landtagsvizepräsident sieht in der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne von Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack einen Lösungsansatz um solche Krisen in Zukunft zu verhindern. Hierbei soll der Wirtschaft grundsätzlich die Möglichkeit gegeben werden sich an den Mechanismen des Marktes zu orientieren und den Marktmächten entsprechender Freiraum zu gewähren. Der Staat muss allerdings eine Rahmen schaffen um die negativen Auswüchse des freien Spiels der Marktmächte zu verhindern.
Für die aktuelle Staatskrise in Griechenland sieht Reinhold Bocklet derzeit nahezu keine andere Möglichkeit mehr als den sogenannten "Haircut" also einen Teilerlass der Staatsschulden. Allerdings sei dabei zu beachten, dass dabei unter Umständen große Banken, insbesondere französische, ins Wanken kommen könnten. Somit würde sich hierbei die nächste Aufgabe stellen, nämlich die Sicherstellung der Geldversorgung von Bevölkerung und Unternehmen. Diese originäre Aufgabe der Banken ist u.a. der Grund dafür, dass es systemrelevante Banken gibt.

Reinhold BockletIm Hinblick auf die Globalisierung und die damit einhergehende Gefahr weltweiter Krisen, stellte Reinhold Bocklet dar, dass wir bei unverändertem weltweiten Wachstum in Zukunft nicht eine sondern zwei und mehr Erden benötigen um unseren Rohstoffbedarf sicherzustellen. Hierbei ging er insbesondere auf das Wachstum in China und anderen ehemaligen Schwellenländern ein. Ein weiteres Problem stellt die zunehmende Alterung der Bevölkerung dar. Als Lösungsansatz für diese Probleme könne aus seiner Sicht der freie Welthandel ohne einzelstaatliche Einschränkungen unter den, möglichst weltweit, gleichen Rahmenbedingungen dienen.

Insgesamt wünschte sich Reinhold Bocklet eine weltweite soziale Marktwirtschaft nach den Grundprinzipien von Ludwig Erhard.

In der anlschließenden Diskussion zeigte sich, dass die anwesenden Zuhörer vor allem die Banken- und Eurokrise bewegt. Frau Off-Nesselhauf stellte, auf des Thema "Die Bedeutung des Menschen in der Wirtschaft der Zukunft" bezogen fest, dass der Mensch angesichts der derzeitigen Problem hilflos sei. Worauf Herr Bocklet antwortete, dass wir trotz aller Probleme mit Durchhaltevermögen und voller Hoffnung in die Zukunft gehen sollten. In der Diskussion wurde aber auch angesprochen, dass der Mensch durchaus selbst "gierig" und auf Wachstum fixiert ist. Grade deshalb ist aus Sicht von Reinhold Bocklet ein lenkendes Eingreifen des Staates notwendig.

Interessante Informationen zu den Problemen des globalen Wachstums finden Sie auf der Website der Initiative Global Marshall Plan. Die Global Marshall Plan Initiative setzt sich ein für ein verbessertes und verbindliches globales Rahmenwerk für die Weltwirtschaft, das die Wirtschaft mit Umwelt, Gesellschaft und Kultur in Einklang bringt.


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